Katastrophenschutztag der 6. Klassen – Helfen statt Zuschauen
Wie verhält man sich bei einem Hochwasser? Was gehört in eine Notfallkiste? Und wie bringt man eine verletzte Person sicher mit einer Trage transportiert? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen beim diesjährigen Katastrophenschutztag am 21.07.2026, der gemeinsam mit der DLRG Donzdorf durchgeführt wurde. Der Katastrophenschutztag wurde vor wenigen Jahren als Aktionstag an Schulen in Baden-Württemberg eingeführt, um Schülerinnen und Schüler praxisnah auf Krisen und Notfälle vorzubereiten. Zum Auftakt und zur theoretischen Einführung sowie auch zu einer kurzen Vorstellung der DLRG Donzdorf – die somit mit zur größten freiwilligen Wasserrettungsorganisation (Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft) gehört - trafen sich alle Schülerinnen und Schüler in der Mensa. Anschließend ging es für die Klassen an verschiedene Praxisstationen. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und wichtige Handgriffe ausprobieren. Sie lernten unter anderem, wie man verletzte Personen richtig trägt und einen Druckverband anlegt – sogar mit einfachen Hilfsmitteln wie Holzstöcken, wenn professionelles Material gerade nicht zur Verfügung steht. Besonders eindrucksvoll war die Übung mit einer Rettungstrage. Zwei DLRG-Profis benötigen gerade einmal rund 30 Sekunden, um eine verletzte Person sicher auf der Trage zu befestigen. Beim ersten Versuch der Schülerinnen und Schüler dauerte die gleiche Aufgabe noch etwa acht Minuten. Doch Übung macht den Meister: Nach mehreren Durchgängen konnte eine Klasse ihre Zeit auf beeindruckende 1 Minute und 36 Sekunden verbessern. Zwar war die Sicherung noch nicht ganz so fest wie bei den Profis, doch der Fortschritt war deutlich zu erkennen. Der Katastrophenschutztag machte allen Beteiligten nicht nur viel Spaß, sondern vermittelte auch wichtiges Wissen für den Ernstfall. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass in Notlagen jeder helfen kann – und hilfreicher dabei ist, wenn man weiß, was zu tun ist. Ein besonderer Dank gilt dabei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der DLRG. Sie engagieren sich freiwillig und investieren ihre Zeit, um Schülerinnen und Schüler für wichtige Themen des Katastrophenschutzes zu sensibilisieren und ihnen Wissen zu vermitteln, das im Ernstfall Leben retten kann. Dieses Engagement ist keineswegs selbstverständlich und verdient große Anerkennung. Gerade vor diesem Hintergrund stimmt es nachdenklich, dass das Interesse am Ehrenamt auch bei jungen Menschen zunehmend zurückzugehen scheint. So meldete sich in diesem Jahr beispielsweise nur ein Schüler als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements näherzubringen und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, sich selbst einzubringen. Es bleibt zu hoffen, dass sich im Zuge von G9 künftig wieder mehr Zeit und Raum dafür findet, dass Schülerinnen und Schüler das Ehrenamt für sich entdecken. Denn anderen zu helfen, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Gemeinschaft einzusetzen, sind wichtige Bestandteile eines guten Miteinanders. Vielleicht hat der Katastrophenschutztag bei der einen oder dem anderen nicht nur das Interesse am Helfen geweckt, sondern auch den Gedanken: Warum nicht selbst aktiv werden? Denn im Ernstfall gilt: Helfen statt Zuschauen! K. Dorsch